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In Krisen effektiv kommunizieren: Worauf es wirklich ankommt.

AKTUALISIERT AM: 10. December 2025 | TEXT: Mag. Markus Leiter
Kommunikation in Krisen und schwierigen Situationen erfordert ein Bündel an Kompetenzen, die mit dem mechanischen Abspulen von festgelegten Patentrezepten in der Regel wenig bis nichts zu tun haben.

Analyse - ehrlich und hart (zu sich selbst)!

Entscheidend ist in einer sich anbahnenden Krise zunächst die Fähigkeit rasch zu erfassen, was Sache ist: was kommt auf uns zu, um was für eine Art Krise handelt es sich, worin liegen besondere Risiken (aber auch Chancen), worauf müssen wir gefasst sein, mit welchen Vorwürfen sind wir eigentlich genau konfrontiert, welche Dynamiken können noch entstehen u.v.m.? Vor allem aber: was ist wirklich geschehen? Wer sich bei der internen Analyse der Wahrheit - und sei sie noch so schmerzlich- verschließt und sich von Anbeginn an in wilden Verschwörungstheorien und Gegenangriffen verstrickt, hat schon verloren. Fehler, die aus einer solchen Haltung resultieren, sind, auch wenn sie dem Stress und der Emotion geschuldet sein mögen, oftmals fatal und können später nicht mehr korrigiert werden!

Klare verständliche Botschaften!

Ein weiteres zentrales Skill sind klare, verständliche Botschaften und die Bereitschaft rasch mit den zentralen Stakeholdern der Krise (Medien, Kunden etc.) in Dialog zutreten. Wer im Auge des Sturms zunächst einmal lieber den Kopf in den Sand stecken möchte, wird rascher von der Krise weggefegt, als ihm lieb ist. In belastenden Situationen müssen Botschaften freilich nicht nur präzise formuliert sein, sondern stets auch einem harten Faktencheck standhalten und für verschiedene Zielgruppen gleichzeitig nachvollziehbar sein. Fachchinesisch ist dabei oft nicht das beste Mittel der Wahl...

Strategisch denken und handeln!

Strategisches Denken ist gerade bei dynamischen Krisenverläufen unverzichtbar: dazu gehört einschätzen zu können, welche Informationen wann relevant sind, wie sie priorisiert werden müssen und - last but not least - über welche Kanälen ihre Verbreitung erfolgen sollte.

Medienkompetenz!

Apropos Kanäle: Medien- und Digitalkompetenz sind entscheidend,um beispielsweise soziale Netzwerke richtig und glaubwürdig zubespielen, Presseanfragen souverän zu meistern oder digitaleMonitoring-Werkzeuge effektiv zu nutzen.

Empathie!

Auch wenn der Wunsch, sich selbst bzw. die eigene Organisation rasch aus der Krise bzw. einer allfälligen Schuldfrage 'herauszureden', sehr drängend sein mag, so ist Empathie trotz allem immer gefordert. Wer in Krisen kommuniziert, begegnet Menschen, die verunsichert, besorgt oder auch verärgert sind. Wertschätzung, Respekt und das Ernst nehmen ihrer Gefühle und Anliegen sind essenziell für Vertrauensbildung und Glaubwürdigkeit.

Gutes Selbstmanagement & Stresstoleranz!

Neben handwerklich-strategischem Know How benötigen Krisenkommunikator*innen ein hohes Maß an Stresstoleranz. Krisen verlaufen oft dynamisch und können zu einer echten Herausforderung in Sachen Selbstmanagement werden. Ruhe zu bewahren und überlegt zu handeln, ist nicht einfach eine Gabe sondern ein Skill, das trainiert werden muss!

Interne Kommunikation!

Wer in schwierigen Situationen effektiv nach außen kommunizieren möchte, muss dasselbe auch nach innen können: die interne Abstimmung (wer übernimmt welche Aufgabe, wer sagt was, wann äußert sich die Führungsebene, wie werden Wordings abgestimmt etc.) gelingt aber nur, wenn Abteilungen und Führungskräfte eng und in klaren Prozessen zusammenarbeiten. Mitarbeiter*innen die Linie der Krisenkommunikation transparent zu erklären, sie in Entscheidungsfindungen nach Möglichkeit einzubeziehen und klare Regeln aufzustellen (nicht in privaten Social Media-Kanälen über das Krisenthema sprechen!) schaffen gute Voraussetzungen, um nach innen und außen Geschlossenheit im Auftreten zu erreichen. Das Gegenteil wäre fatal.

Bereitschaft zu lernen!

Ständige Lernbereitschaft ist stets ein wichtiger Begleiter, denn jede Krise verläuft ein wenig anders. Nur wer die jeweilige Situation und die eigene Rolle darin beständig hinterfragt und auch mal von außen (aus der Sicht anderer Stakeholder) zu betrachten versucht ist wirklich gut gewappnet. Krisenkommunikation ist somit kein spontanes Improvisieren, sondern ein professionelles Handlungsfeld, das Vorbereitung, Übung und kontinuierliche Weiterbildung erfordert. Im Kurs Krisensicher kommunizieren - Effektive Strategien für Unternehmen und Organisationen erhalten Sie das nötige Rüstzeug, um als Kommunikationsbeauftragter oder als Führungskraft mit potenziellen Krisenszenarien gekonnt und souverän umgehen zu können!

Über den AutorMag. Markus Leiter

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